
Das Loch in der Seele: Warum uns Menschen allein nicht reichen
Kann ein anderer Mensch uns jemals ganz ausfüllen? Zum Abschluss unserer „Kleinen Reihe“ im LebensRaum hat Prof. Dr. Joachim Windolph (Katholische Hochschule NRW) eine unbequeme, aber befreiende Antwort gegeben: Nein. Und das ist auch völlig okay so.
Die „göttliche“ Lücke
Oft erwarten wir von Partnern oder Freunden, dass sie uns restlos glücklich machen und jede Einsamkeit vertreiben. Doch Windolph schlug einen theologischen Bogen: Der Mensch wurde von Gott quasi mit einer „Einsamkeits-Lücke“ geschaffen. Selbst die beste Beziehung der Welt kann diesen letzten Rest innerer Einsamkeit nicht füllen. Warum? Weil dieser Platz für etwas anderes reserviert ist.
Jesus und die Stille
Der Professor erinnerte uns daran, dass Einsamkeit nicht nur ein Mangel ist, sondern eine Chance zur Selbstfindung. Wer allein ist, muss keine Kompromisse eingehen, muss sich nach niemandem ausrichten. Es ist der Moment, in dem wir uns selbst begegnen – und Gott. Selbst Jesus zog sich immer wieder bewusst in die Einsamkeit zurück, wenn er seinem Vater nahe sein wollte.
Einsamkeit als Kraftquelle
Die Erkenntnis des Abends: In der Einsamkeit begegnen wir Gott. Er ist es, der aus theologischer Sicht das ausfüllt, was zwischenmenschlich immer offen bleiben wird. Das nimmt unheimlich viel Druck aus unseren Beziehungen! Wir müssen nicht mehr verlangen, dass der andere unser „Alles“ ist.
Ein tiefgründiger Abschluss für eine Reihe, die uns gezeigt hat: Einsamkeit hat viele Gesichter – und manche davon führen uns direkt zu uns selbst.

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