
Geimeinsam statt einsam – erster Abend
Donnerstagabend, kurz vor 18 Uhr in der HUMA. Wer beobachtet hat, wie auffällig viele Menschen zielstrebig Richtung Waschräume steuerten, rieb sich kurz verwundert die Augen. Doch das Ziel war ein anderes: Der LebensRaum Kirche direkt dahinter. Dort fiel der Startschuss für unsere neue „Kleine Reihe“.
Dialog statt Monolog
Schon beim Eintreten wurden die Gäste herzlich von Andrea Eisele und Sophie Schmitz empfangen. Die Stuhlreihen? Fast bis auf den letzten Platz besetzt. Dass es kein klassischer Frontalvortrag werden würde, stellte Andrea Eisele direkt klar: „Wir führen heute einen Dialog – und Sie sind Teil davon.“ Wer nun Berührungsängste vermutete, wurde schnell eines Besseren belehrt. Es wurde diskutiert, hinterfragt und geteilt.
Die überraschenden Fakten
Wussten Sie, dass Einsamkeit vor allem die 18- bis 29-Jährigen und die Generation 70+ trifft? Seit der Pandemie haben die Jüngeren hier sogar traurigerweise die Nase vorn. Die Gründe sind vielfältig und treffen auf beide Gruppen zu:
- Geldbeutel: Wenn das Budget für den Café-Besuch fehlt, schrumpft der soziale Radius.
- Lebensumbrüche: Familiengründung oder Jobwechsel lassen Freundeskreise bröckeln und im Alter buchstäblich aussterben
- Gesundheit: Wenn Körper oder Psyche nicht mehr mitspielen, bleibt oft nur die Isolation.
Auch die Digitalisierung wurde heiß diskutiert. Sie ist ein Werkzeug mit zwei Seiten: Einerseits ermöglicht sie Vernetzung in Krisenzeiten (wie nach der Flut im Ahrtal), andererseits droht die Gefahr, sich im passiven Konsum zu verlieren und sich so erst recht zu isolieren.
Was hilft?
Einsamkeit kann krank machen – körperlich und seelisch. Die beste Medizin? Prävention und Selbstwirksamkeit. Ein Ehrenamt kann hier Wunder wirken und wieder Sinn stiften. Und wer den Weg alleine nicht mehr findet, sollte sich nicht scheuen, therapeutische Hilfe zu suchen. Einsamkeit verändert uns, und manchmal braucht es eine Hand, die einen wieder herausführt.
Wie geht es weiter?
In zwei Wochen setzen wir die Reihe fort. Beim Format „Sprechen und zuhören“ vertiefen wir den Austausch in Kleingruppen. Wir freuen uns auf euch!
Ein großer Dank geht an unsere Kooperationspartner: Die Evangelische Erwachsenenbildung An Rhein und Sieg sowie die Diakonie Freiwilligen-Agentur für den Rhein-Sieg-Kreis (Projekt „Gemeinsam gegen Einsam“), ermöglicht durch die Kreissparkassenstiftung.



Ein Kommentar
Es war ein wunderschöner Abend mit tollen Begegnungen und ganz viel Offenheit. Ich danke allen ganz herzlich, die das Thema Einsamkeit lebendig werden ließen.
Herzliche Grüße Ute Heinemann.