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Mut hat viele Gesichter – Talkabend in der HUMA

Wie fühlt sich Mut eigentlich an? Und wann braucht man ihn wirklich? Um diese Fragen drehte sich am vergangenen Freitagabend der „Talk in der HUMA“, zu dem der LebensRaum Kirche e. V. eingeladen hatte. Passend zur aktuellen Wechselausstellung zum Thema „Mut“ kamen Nora Kalbarczyk, Max Leitterstorf und Kaplan Markus Höfer mit Moderatorin Claudia Nothelle ins Gespräch – persönlich, humorvoll und nachdenklich zugleich.

Schon der Einstieg sorgte für viele Lacher im Publikum. In einem lockeren Fragenhagel verrieten die Gäste einige überraschende Details über sich: Bürgermeister Max Leitterstorf lässt nachts das Handy für die Feuerwehr eingeschaltet und ist lieber Gastgeber als Gast. Nora Kalbarczyk hört politische Podcasts am liebsten auf Englisch oder Arabisch – ideal auch beim Bügeln – und begeistert sich für fremde Kulturen. Kaplan Markus Höfer gab augenzwinkernd zu, sich bei Predigten teilweise von KI unterstützen zu lassen, während regionale True-Crime-Podcasts ihn inzwischen manchmal etwas misstrauisch werden lassen.

Doch schnell wurde es auch ernsthafter. Die Gesprächsrunde zeigte, wie unterschiedlich Mut aussehen kann: den sicheren Berufsweg zu verlassen, Verantwortung in der Politik zu übernehmen oder nach einer technischen Laufbahn noch einmal ganz neu anzufangen und Priester zu werden. Gleichzeitig wurde deutlich, wie beeindruckend der Mut vieler Menschen ist, ihre Heimat zu verlassen, um Bildung und neue Chancen zu suchen.

Besonders eindrücklich blieb ein Gedanke von Nora Kalbarczyk im Raum: der Dreiklang aus „Mut, Demut und Frohmut“. Für sie beschreibt diese Haltung christliches Leben – das Richtige tun, die eigenen Grenzen kennen und dennoch positiv und hoffnungsvoll bleiben.

Zum Abschluss ging der Blick nach vorne: Wo braucht unsere Gesellschaft heute mehr Mut? Max Leitterstorf wünscht sich mehr Ehrlichkeit in der politischen Kommunikation. Nora Kalbarczyk sieht großen Handlungsbedarf beim Thema Bildungsgerechtigkeit – lokal wie global. Und Kaplan Markus Höfer hofft auf mehr Mut zu Reformen in der Kirche und auf Gläubige, die Veränderungen offen ansprechen und mittragen.

Ein Abend voller persönlicher Einblicke, inspirierender Gedanken und der Erkenntnis: Mut zeigt sich oft gerade dort, wo Menschen Verantwortung übernehmen – für sich selbst und für andere.

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